Espresso läuft zu schnell durch

Läuft dein Espresso zu schnell durch? Dann ist dein Mahlgrad wahrscheinlich zu grob, du verwendest zu wenig Kaffee oder tamptest zu leicht. Ein Espresso sollte in 25 bis 30 Sekunden durchlaufen. Ist es schneller, fehlen Geschmack, Körper und Balance. Zum Glück kannst du das mit ein paar einfachen Anpassungen leicht beheben.

Hier erfährst du mehr über die ideale Durchlaufzeit eines Espressos.

Warum läuft dein Espresso zu schnell durch?

Ein Espresso, der innerhalb von zehn bis fünfzehn Sekunden in deiner Tasse ist, läuft zu schnell durch. Was bedeutet das? Dein Kaffee ist unterextrahiert, das heißt: das Wasser hatte zu wenig Zeit, um Geschmackstoffe, Öle und Säuren aus dem gemahlenen Kaffee zu lösen. Das Ergebnis: ein dünner, saurer Espresso ohne Tiefe.

Mögliche Ursachen für eine zu schnelle Durchlaufzeit

Ein Espresso, der wie ein Wasserfall aus deiner Maschine kommt, weist fast immer auf zu wenig Widerstand beim Brühen hin. Das kann verschiedene Ursachen haben. Hier die häufigsten:

  • Zu grober Mahlgrad: Je gröber der Mahlgrad, desto schneller fließt das Wasser hindurch. Bei Espresso möchtest du einen feinen Mahlgrad, damit das Wasser mehr Zeit braucht, seinen Weg zu finden.
  • Zu geringe Dosierung: Wenn du zu wenig Kaffee im Siebträger verwendest, gibt es einfach weniger Masse, durch die das Wasser fließen muss. Folge: ein schneller, schwacher Espresso.
  • Zu leichter oder ungleichmäßiger Tampdruck: Wenn du den Kaffee nicht fest und gleichmäßig andrückst, entstehen Kanäle (Channeling), durch die das Wasser zu schnell hindurchschießt.
  • Altes oder nasses Filterpapier (bei anderen Brühmethoden): Bei z. B. Pour-over oder AeroPress kann ein nasses oder abgenutztes Filterpapier für zu schnellen Durchfluss sorgen, bei Espresso spielt das meist keine Rolle.
  • Schlechte Verteilung des Kaffees im Siebträger: Sitzt der Kaffee schief oder ungleichmäßig verteilt, sucht das Wasser den einfachsten Weg, was zu zu schnellem Durchlauf führt.

Mit diesen praktischen Tipps löst du das Problem

Gute Nachrichten: Eine zu schnelle Durchlaufzeit lässt sich einfach korrigieren. Es erfordert etwas Feinabstimmung, aber mit diesen Tipps brühst du im Nu wieder Espressi, die vor Geschmack knallen.

  • Stelle deinen Mahlgrad feiner ein: Fang hier an. Ein feinerer Mahlgrad sorgt für mehr Widerstand, sodass das Wasser langsamer durch den Kaffee läuft. Passe immer in kleinen Schritten an und messe die Durchlaufzeit mit einer Stoppuhr.
  • Erhöhe deine Dosierung: Verwendest du normalerweise 16 Gramm Kaffee? Versuch mal 18 Gramm. Mehr Kaffee = mehr Widerstand = langsamere Durchlaufzeit. Achte darauf, dass dein Siebträger das verkraftet.
  • Tampe fest und gleichmäßig: Nutze eine konstante Kraft (ca. 15 kg Druck) und sorge dafür, dass dein Kaffee schön eben angedrückt ist. Ein guter Tamper hilft dabei enorm.
  • Check deine Ausrüstung: Sorge dafür, dass deine Maschine sauber ist, dein Siebträger nicht abgenutzt und deine Bohnen frisch sind. Kleine Faktoren können großen Einfluss auf die Durchlaufzeit haben.
  • Arbeite mit festen Verhältnissen: Zum Beispiel: 18 Gramm Kaffee rein, 36 Gramm Espresso raus in 30 Sekunden. So behältst du die Kontrolle und kannst leicht nachjustieren, wenn etwas nicht stimmt.

Café du Jour Tipp: Mache beim Einstellen immer ein paar Testshots und notiere sie. So weißt du, was funktioniert und was nicht.

Wie stellst du den Mahlgrad für Espresso richtig ein?

Der Mahlgrad ist vielleicht der wichtigste Faktor beim Espresso. Zu grob und dein Shot ist sauer und schwach. Zu fein und deine Maschine verstopft oder dein Espresso schmeckt bitter. Die richtige Mahlung zu finden ist also wichtig, aber glücklicherweise nicht so kompliziert, wie es scheint.

Beginne mit einem feinen Mahlgrad, vergleichbar mit Kristallzucker. Brüh einen Shot und messe die Durchlaufzeit. Dauert es weniger als 25 Sekunden? Mahl etwas feiner. Dauert es länger als 35 Sekunden oder tropft kaum etwas heraus? Mahl etwas gröber. Kleine Anpassungen können einen großen Unterschied machen.

Achte auch auf das Aussehen deines Espressos:

  • Läuft er wie Wasser heraus? Dann ist dein Mahlgrad zu grob.
  • Kommt er langsam, tröpfelnd aus der Maschine? Dann ist dein Mahlgrad zu fein.
  • Siehst du einen schönen gleichmäßigen Strahl und eine dicke Cremaschicht? Dann ist es perfekt!

Hier erfährst du mehr über den Mahlgrad verschiedener Kaffees.

Café du Jour Tipp: Notiere deine Einstellungen, besonders wenn du eine Kaffeemühle mit Drehknopf hast. So kannst du immer zur Mahlung zurückkehren, die für deine Bohnen und Maschine am besten funktioniert.